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Tipps Verbrennung & Verbrühung

Verbrennungen gehören zu den häufigsten Unfällen im Haushalt. Was im Ernstfall zu tun ist, ob und wie Brandwunden selbst versorgt werden können, ob der Arzt aufgesucht oder gar der Rettungsdienst gerufen werden muss, hängt vom Ausmaß der Verbrennung ab. Um den Hautschaden möglichst gering zu halten, müssen Sie schnell reagieren.

Wann Sie den Rettungsdienst rufen müssen!!

Alarmieren Sie bei großflächigen Verbrennungen sofort den Rettungsdienst über die europaweit kostenlos aus allen Fest- und Handynetzen erreichbare Notrufnummer 112 oder Notfall-Faxvorlage für Sprach- und Hörgeschädigte, welche an die 112 gesendet werden kann

Größere Brandwunden können durch den Verlust von Gewebeflüssigkeit, Eiweißen und Salzen zu einem lebensgefährlichen Schock führen. Eine Faustregel hilft, die Ausdehnung der Verbrennung einzuschätzen:

Die Handinnenfläche entspricht etwa einem Prozent der Körperoberfläche.

Sind bei Erwachsenen mehr als 15 Prozent der Körperoberfläche verbrannt, besteht Lebensgefahr. Das entspricht etwa einem Bein oder dem Rumpf auf einer Seite. Jede dieser Regionen entspricht etwa 18 Prozent.

Bei Kindern besteht Lebensgefahr, wenn mehr als fünf Prozent verbrannt oder verbrüht sind. Beide Füße eines Kindes zusammen entsprechen bereits sieben Prozent, der Rumpf auf einer Seite 13 Prozent.

Richtig reagieren in drei Schritten

Entfernen Sie die Kleidung, wenn Sie nicht mit der verbrannten Haut verklebt ist. Das Wichtigste ist in jedem Fall: die Brandwunde unter 15 bis 20 Grad kaltem Leitungswasser kühlen, bis der Schmerz nachlässt, mindestens aber zehn bis 15 Minuten. Die schnelle Kühlung lindert nicht nur den Schmerz, sie sorgt vor allem dafür, dass sich die Hitzeschäden nicht noch weiter im Gewebe ausbreiten können. Insbesondere bei Kleinkindern kann es dabei zu Unterkühlungen kommen. Hören Sie also auf zu kühlen, wenn Ihr Kind zu frieren beginnt. Bei Verbrühungen sollten Sie, wenn es schnell geht und das Material nicht mit der Wunde verklebt ist, erst die nasse Kleidung entfernen, dann die verbrühten Hautflächen kühlen. Bringen Sie keine Eiswürfel direkt mit der Wunde in Kontakt, dadurch könnte es zusätzlich zu Erfrierungen kommen.

Größere Wunden sollten Sie kühlen, bis der Rettungsdienst eingetroffen ist. Eine kleinere Brandwunde sollten Sie nach dem Kühlen desinfizieren, vor allem, wenn sie offen ist, weil Brandwunden sich besonders leicht infizieren. Geeignet sind Präparate auf wässriger Basis mit dem Wirkstoff Povidonjod oder mit dem nicht färbenden Octenidin.

Decken Sie die Wunde anschließend mit einer sterilen Mullkompresse ab, am besten mit alumininiumbedampften Kompressen, die nicht mit der Wunde verkleben können oder mit speziellen Brandwundenverbänden aus der Apotheke.

Gehen Sie zum Arzt

bei geschwollenen oder geröteten Verbrennungen, die größer als ein 2-Euro-Stück sind oder wenn Sie die Tiefe der Verbrennung nicht abschätzen können. Auch Stoff, der mit der Brandwunde verklebt ist, lassen Sie vom Arzt entfernen. Verbrennungen bei Kindern sollten Sie immer vom Arzt behandeln lassen. Bei jeder Verbrennung, bei der die Haut sichtbar angegriffen ist, müssen Sie Ihren Tetanusschutz überprüfen lassen. An der verletzten Hautstelle können Tetanuserreger in den Körper eindringen.

Verbrennungsgrade

Mediziner unterteilen Brandverletzungen in drei Grade, um die Schwere beurteilen zu können:

Grad 1: Hier ist nur die oberste Hautschicht, die Epidermis, geschädigt. Die Haut ist rot, möglicherweise leicht angeschwollen und schmerzt. Ist die Verbrennung nach einigen Tagen abgeheilt, kann sich die Haut abschälen, sie hinterlässt aber keine Narben. Ein typisches Beispiel für eine erstgradige Verbrennung ist ein leichter Sonnenbrand.

Grad 2: Die Haut ist schmerzhaft gerötet und angeschwollen. Nach einigen Stunden oder am nächsten Tag bilden sich Blasen, die mit Gewebsflüssigkeit gefüllt sind. Eine zweitgradige Verbrennung zieht tiefere Hautschichten in Mitleidenschaft (2. Grad, oberflächlich) oder kann sogar alle Hautschichten zerstören (2. Grad, tief). Verbrühungen führen in der Regel bereits zu Hitzeschäden 2. Grades, die Narben hinterlassen können.

Grad 3: Bei dieser Form der Verbrennungen ist die Haut weiß, grau oder gar regelrecht verkohlt. Alle Hautschichten sind zerstört, es können auch unter der Haut liegende Gewebe wie Fettgewebe, Muskeln oder Knochen betroffen sein.

Worauf Sie achten sollten

Halten Sie die genannten Mittel zur Behandlung von Brandwunden immer in Ihrer Hausapotheke vor.

Behandeln Sie Brandwunden nie mit irgendwelchen Hausmitteln wie Mehl, Butter oder ähnlichem.

Stechen Sie Brandblasen niemals auf. Die Blase dient als Schutz für das verletzte Gewebe. Sie trocknet nach einer gewissen Zeit von allein ab. Wenn Sie sie öffnen, erhöhen Sie die Infektionsgefahr.